Beispielhafte Lösungen für den Klimaschutz


13.02.2007

OSTFILDERN: UN-Ingenieurinnen besuchen Scharnhauser Park als „Energieprojekt für die Zukunft“


(red) - 30 Energieprojekte in der ganzen Welt liegen auf dem Reiseplan von Blandine Laurenty und Elodie Renaud,. Der Start ihrer Tour fällt zufällig mit dem alarmierenden UN-Klimabericht zusammen. Die beiden jungen Ingenieurinnen sind von Paris aus aufgebrochen und über Norwegen nach Deutschland gereist, um Informationen über ausgewählte Initiativen zu sammeln. Auch der Scharnhauser Park liegt auf ihrer Route.


Sieben Monate dauert die Reise der beiden Expertinnen. Auf den Ostfilderner Stadtteil, der in das EU-Projekt Polycity eingebunden ist und zu den „Vorzeigekommunen“ der EU-Energieinitiative Concerto gehört, waren die beiden bei ihrer Recherche gestoßen. Auf deren Grundlage wählten sie dieses Ziel aus.Treffpunkt für die Begegnung mit Polycity-Mitarbeitern der Stadt Ostfildern, der Stadtwerke Esslingen und der Hochschule für Technik Stuttgart war das Stadthaus. Hier gaben der Energiemanager der Stadt Ostfildern, Frank Hettler, und Wolfgang Lotz, Geschäftsführer der Stadtwerke Esslingen (SWE), einen Überblick über den Stadtteil und die Demo-Gebäude, die über den ohnehin hohen Energiestandard des Viertels hinaus mit EU-Geldern noch zusätzlich optimiert werden.Danach ging es in die Schule im Park. Dort bekamen Renaud und Laurenty einen Einblick in das Gebäudeleitsystem, das durch automatisierte Zeitschaltphasen für Heizung und Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden den Energieverbrauch weiter senkt. Ganz besonders interessant war für die Besucherinnen ein Besuch im Biomassekraftwerk. Hier erklärte Jochen Fink die technischen Details der Anlage und des Nahwärmenetzes. Zusammen mit Photovoltaikanlagen wird der Scharnhauser Park so zu 80 Prozent mit erneuerbarer Energie versorgt. Und das soll auch bis zum Projektende 2010 so bleiben, wenn weit mehr als die derzeit knapp 5000 Einwohner Strom und Wärme benötigen werden.

Vernetzte Initiativen

Warum sollen wir hier etwas für den Klimaschutz tun, wenn anderswo überhaupt nichts passiert? Dieses Argument haben Blandine Laurenty und Elodie Renaud schon häufig gehört. 2006 haben die beiden mit 25 Mitstreitern die nichtkommerzielle Organisation Prométhée gegründet, um dieses Argument zu entkräften. „Wir wollen zeigen, dass es überall auf der Welt Initiativen gibt, die für den Klimaschutz arbeiten und die innovative Technologien entwickeln und einsetzen“, sagt Elodie Renaud. Prométhée ist der Rahmen für die Energy World Tour, die von prominenten Sponsoren unterstützt wird. Dem Programm angeschlossen sind sieben französische Schulen, für die Unterrichtsmaterialien entwickelt werden sollen. „Viele Lehrer können mit dem seit zwei Jahren in Frankreich eingeführten Fach „Umwelterziehung und nachhaltige Entwicklung“ nichts anfangen. Ihnen fehlen Lehrbeispiele und Lernmodule, an denen sie sich orientieren können“, sagt Blandine Laurenty.

Ihre Reise führt sie nach Marokko, Kenia, Angola, Südafrika, Pakistan, China, Japan, Venezuela, Brasilien und in die USA. Besonders beeindruckt hat sie das Gezeitenkraftwerk im norwegischen Hammerfest, das „wie eine „Unterwasser-Windmühle funktioniert“ und dort seit 2003 ans städtische Netz angeschlossen ist.

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